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Die Geschichte der Musikwoche Hitzacker

Die Entstehung der Musikwoche ist einem glücklichen Zufall zu verdanken. Im Jahr 1983 machte der damalige Bürgermeister der Stadt Hitzacker, Christian Zühlke, beim Abschlusstreff der Sommerlichen Musiktage mit den Künstlern des letzten Konzerts die Bekanntschaft von Ludwig Güttler. Spontan unterbreitete Christian Zühlke dem Trompetenvirtuosen seine Idee. Ob man neben den „Sommerlichen“ noch ein weiteres Musikfest in Hitzacker veranstalten könne? Güttlers Frage, ob es denn eine Kirche gebe, die eine Orgel habe, beantwortete der Bürgermeister mit JA. Nach der gemeinsamen Besichtigung am nächsten Tag kamen der Trompetenvirtuose und der Bürgermeister überein: Ein weiteres Konzertfestival in der Elbestadt unter besonderer Einbeziehung der St. Johanniskirche ließe sich realisieren!

Es sollten zwei Jahre vergehen, bis sich die beiden Initiatoren im November 1985 – es existierte noch die DDR –mit Vertretern der örtlichen Stadtverwaltung, der evangelischen Kirchengemeinde, des Kulturrings und des Verkehrsvereins im Hitzackeraner Rathaus trafen. Verabredet wurde die erste „Musikwoche Hitzacker“ für den Februar 1987. Im Dezember gab der Rat der Stadt seine Zustimmung zu diesem Projekt, wohl wissend, dass aus dem leeren Stadtsäckel zugezahlt werden müsste. Und so fand im Februar 1987 mit zunächst fünf Konzerten die erste Musikwoche Hitzacker statt.

Doch die Freude währte nicht lange. Schon im Oktober 1988 duldete die Bezirksregierung Lüneburg als kommunale Aufsichtsbehörde die Finanzierung durch die Stadt nicht mehr. Große Aufregung machte sich breit, insbesondere beim Hotel- und Gaststättengewerbe, aber auch bei der Kaufmannschaft und natürlich bei den Musikliebhabern. All diese fanden sich zur „Rettung“ der Musikwoche zusammen und gründeten am 13. November 1988 den „Verein zur Förderung der Musikwoche Hitzacker e.V.“. Ab sofort übernahm der Förderverein die Verpflichtungen, die zuvor die Stadt Hitzacker gegenüber dem ehemaligen künstlerischen Leiter Ludwig Güttler und den durch ihn engagierten Ensembles und Solisten eingegangen war. Noch während der Gründungsversammlung traten 23 Musikliebhaber der Elbestadt unserem Förderverein bei, heute zählt der Verein rund 300 Mitglieder.

Insgesamt 29 Jahre leitete Ludwig Güttler die Musikwoche Hitzacker und entwickelte sie zu einem etablierten Festival, das alljährlich zahlreiche Musikliebhaber von nah und fern anzieht. Die seit vielen Jahren anhaltend hohe Besucherzahl ist Ausdruck der Attraktivität der Musikwoche. Durch seine erlesene Auswahl auch international renommierter Solisten und Ensembles hat Ludwig Güttler hohe Maßstäbe gesetzt. 

Mit der Vorbereitung auf die 30. Musikwoche Hitzacker 2016 hat der Berliner Oboist Albrecht Mayer die künstlerische Verantwortung übernommen. Wie es dazu kam? In einem Interview auf NDR Kultur formulierte es Albrecht Mayer folgendermaßen: „Die Musikwoche Hitzacker hat mich vielleicht nicht gesucht, aber sie hat mich gefunden.“ Der international gefragte Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker hat von jeher viel zu tun. Als Mitglied der Berliner Philharmoniker ist sein Terminkalender gut gefüllt, Konzertreisen führen den Musiker regelmäßig auch auf internationale Bühnen. Ein Festival geleitet hatte Albrecht Mayer bislang noch nicht, und so war der Zeitpunkt gerade recht, als sich die Wege des Musikers und des Vorstands der Musikwoche kreuzten. Denn für Albrecht Mayer sollte nun der Zeitpunkt gekommen sein, sich einer weiteren spannenden und verantwortungsvollen Aufgabe zu widmen. 

Was den neuen künstlerischen Leiter an der neuen Aufgabe reizt? Es ist die einzigartige Atmosphäre in Hitzacker, die Nähe von Publikum und Musikern, die dem Festival eine besondere Note gibt. Und es ist die Herausforderung, von Ludwig Güttler praktizierte Traditionen zu bewahren, das Festival gleichzeitig aber auch mit seiner eigenen Handschrift erfolgreich weiterzuentwickeln. Seine erste Musikwoche Hitzacker leitete Albrecht Mayer im März 2016 mit großem Erfolg. Daran möchte der Oboist 2017 mit einem einzigartigen Programm zum Thema "Fantasien" und vielen renommierten Künstlern nahtlos anknüpfen.

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